Die Zukunft der medizinischen Information

Telemedizinisches Notfallsystem soll Leben retten

Vom 10. bis 12. Mai 2015 findet in Amsterdam der 16. European Congress for Trauma and Emergency Surgery (ECTES) statt. Und auch bei den Unfallchirurgen wird es um die Frage gehen, wie sich ein schneller und effizienter Datenaustausch realisieren lässt. Denn vor allem bei Poytraumata, wie sie oft bei Unfällen oder Stürzen aus großer Höhe auftreten, kann er über Leben und Tod entscheiden. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie stellt dazu in Amsterdam ihr Telekommunikationssystem TKmed vor.

Im Schockraum, dem Hot Spot der Notaufnahme, gehört ein Ganzkörper-CT zur zentralen Diagnostik bei Schwerverletzten. Bei immerhin 80 Prozent der Schwerverletzten wurde im Jahr 2013 eine solche Notfall-Untersuchung durchgeführt und es gilt als gesichert, dass das Ganzkörper-CT helfen kann, das Sterberisiko zu senken. Im TKmed-System können Bilder und Befunde jetzt sofort an Spezialisten anderer Kliniken verschickt werden. So soll die Kompetenz eines Maximalversorgers mit hunderten von Schwerstverletzten pro Jahr in kleinere Kliniken im ganzen Land getragen werden.

 

www.tkmed.org

 

China als Trendsetter?

Laut der Website german.china.org.cn haben die E-Books in China erstmalig Druckerzeugnisse überholt. Das veränderte Mediennutzungsverhalten im Reich der Mitte zeigt zwar nur einen minimalen Vorsprung der digitalen Medien gegenüber dem Druckwerk – aber wer hätte eine solche Entwicklung vor 10 Jahren erwartet? Die Studie wurde übrigens von der Chinesischen Akademie für Presse und Publikationen durchgeführt und hat ebenso bestätigt, dass auch das konventionelle Konsumieren von Texten weiter zunimmt. Sicherlich kann man über die Methoden der Studie trefflich streiten, unbestritten bleibt der Vormarsch der digitalen Information.

Pharma Social Media – Gewinner und Verlierer

Der aktuelle Report Connecting the dots: Which Pharma Companies are Succeeding in the Social Media Space? von Ogilvy Healthworld untersucht, wie verschiedene Pharmafirmen Social Media in ihre internationale Marketingstrategie integrieren. Sie unterteilen die Firmen in drei Gruppen:

Gruppe 1 “connecting the dots”. Diese Firmen haben erfolgreich Social Media in ihre größere Marketingstrategie integriert. Ihr Inhalt ist relevant und sinnvoll, Zielgruppen werden effizient eingebunden. Von den untersuchten Pharma-Multis schaffte es nur Boehringer Ingelheim in diese Gruppe.

Gruppe 2 “dabbling with the dots” zeigt durchaus ein wesentliches Eingagement in Social Media, schafft es aber nur punktuell, ein konstant hohes Niveau der Aktivität aufrecht zu halten und so eine ausreichend große Gruppe von Followern zu generieren. Zu dieser Gruppe gehören Bayer, Novartis, Johnson&Johnson und MSD.

Gruppe 3 “searching for strategy” ist noch auf der Suche nach der richtigen Strategie: Sie wissen, dass sie etwas tun sollten, aber noch nicht genau was. Zu dieser Gruppe gehören GlaxoSmithKline, Novo Nordisk, Roche, Bristol-Myers Squibb, Lilly, Sanofi, AstraZeneca und Pfizer.

Die Botschaft der Analysten beschränkt sich aber nicht darauf, dass Ingelheim der Nabel der Pharma Social Media-Welt ist. Sie haben auch einen einfachen Tipp für alle Marketingverantwortlichen: Wer häufig postet und sich kontinuierlich engagiert, bekommt von der Community auch das meiste zurück – Aufmerksamkeit und virale Unterstützung.

Zusammenfassung auf Slideshare

Pharmamarketing: Setzen auf das falsche Pferd?

Dass sich Pharmafirmen mit Online-Marketing oft schwer tun, ist kein Geheimnis. Während die meisten Ärzte sich im Netz informieren, werden die fetten Budgets nach wie vor gerne offline investiert. Die Marktforscher von PMLive liefern dazu nun gepoolte Zahlen aus den EU-Ländern. Danach wandern durchschnittlich nur 15-20 Prozent der Marketingbudgets in die Online-Kommunikation und noch immer gut 80% in die Face-to-Face- und Print-Kommunikation. Und das, obwohl mittlerweile 90+ Prozent der Ärzte sich nach Angaben von Kange Health in erster Linie online informieren. Sie folgern: Digital is no longer nice to have – it’s the ’new normal.

 

Infografik

Gesundheitsberater oder Spion? Der IBM/Apple-Deal

Puls, Schrittzahl, Blutdruck – die Apple Watch kann viele Vitalparameter messen und verarbeiten. Und IBM, nach wie vor weltgrößter IT-Dienstleister, hat diese Woche angekündigt, rund um die so aufgezeichneten Gesundheitsdaten zukünftig einen eigenen Service anzubieten.

Dazu gründet Big Blue eine neue Firma mit Hauptsitz in Boston. Ziel ist es, die Daten von Millionen Apple-Geräten auszuwerten und die Analysen dann anzubieten. Zwar betont man die Wichtigkeit u.a. für die medizinische Forschung, hat aber sicher vor allem den kommerziellen Wert der Daten im Hinterkopf. Es ist kein Zufall, dass gleichzeitig weitgehende Kooperationen mit Johnson & Johnson sowie Medtronic angekündigt wurden.

Zwar betonte IBM, besonderen Wert auf die Datensicherheit legen zu wollen – aber wieviel diese Datensicherheit in den USA wert ist, ist ja hinlänglich bekannt.