AR-Anwendungen in der hochschulischen Hebammenausbildung

Am Donnerstag, den 11. November 2021, trafen sich zum vierten Mal Fachbeirat und Projektteam des Forschungsprojektes „Heb@AR – Augmented Reality gestütztes Lernen in der hochschulischen Hebammenausbildung“ an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, um den aktuellen Stand des Projektes zu besprechen und gemeinsam nächste Schritte zu planen. Der Fachbeirat tagte aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie in einem hybriden Format. Der interdisziplinär besetzte Fachbeirat hat unteranderem die Aufgabe das Projektteam zum Ablauf des Projektes zu beraten.

Die Mitglieder des Fachbeirates hatten wegen der pandemiebedingten Einschränkungen nun zum ersten Mal die Möglichkeit, die ersten Lernszenarien des Projektes Augmented Reality (AR) gestützt zu trainieren. Neben der Reanimation eines Neugeborenen wurde auch das Aufziehen eines Notfallmedikamentes und eine AR-Anwendung zur Anatomie des weiblichen Beckens ausprobiert.

Neben dem Bericht über die bereits erreichten Meilensteine in zwei Jahren Projektlaufzeit und einem Ausblick zu dem weiteren Verlauf des Forschungsprojekts Heb@AR, brachte der fünfköpfige Fachbeirat aus den verschiedenen Perspektiven der Hebammenwissenschaft, Informatik, Medienpädagogik und Medizindidaktik sowie einer studentischen Perspektive in angenehmer Atmosphäre ihre Expertise und ihre Ideen die Weiterentwicklung des Projektes ein.

Das Forschungsprojekt Heb@AR widmet sich der Entwicklung, Testung und Implementierung von AR- gestützten Notfallszenarien in der hochschulischen Hebammenausbildung, um Studierende auf adäquates und effizientes Notfallmanagement vorzubereiten und so die kindliche und mütterliche Sicherheit zu erhöhen. Die Förderung des Verbundprojekts ‚Heb@AR‘ erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Mitteln aus der Förderlinie ‚Forschung zur digitalen Hochschulbildung‘ (Förderkennzeichen 16DHB3019).

(Quelle: Pressemitteilung vom 12.11.2021; gekürzt)

 

Digitale Messe: sieht so die Zukunft aus?

In normalen Zeiten würden wir heute über unseren alljährlichen Besuch auf der LEARNTEC in Karlsruhe berichten. Jener Messe, die sich im letzten Jahr Themen wie Mobile Learning, Lern-Nuggets, Gamification oder Virtual Reality verschrieben hatte. Die Messe hat zwar keinen ausgewiesen medizinischen Schwerpunkt, aber die dort vorgestellten Möglichkeiten des digitalen Lernens und der unterstützenden Technologien finden eben auch in der Medizin ihren Einzug.

In diesem Jahr ist erst einmal alles anders. Die „richtige“ Messe wurde auf den Sommer verschoben, in der letzten Woche fand ein digitales Ersatzprogramm statt. Um sich trotz Pandemie über die aktuellen Entwicklungen in der Digitalisierung der Lern- und Arbeitswelt auszutauschen, wurde unter dem Namen LEARNTEC xChange eine virtuelle Plattform angeboten mit Online-Vorträgen, Roundtables etc.

Ein Vorgehen, das zumindest dafür sorgt, dass die Entzugserscheinungen nicht zu groß werden – aber insgesamt auch nicht außergewöhnlich ist. In vielen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens wurde die traditionelle Präsenzveranstaltungen durch ein Online-Surrogat ersetzt. Für reine Fortbildungsveranstaltungen, die primär dem Transport von Wissen und Erkenntnis dienen, haben sich die Online-Versionen, dank Zoom und Teams usw., im letzten Jahr sehr erfolgreich etabliert. Die ärztliche CME-Fortbildung mit 1000 Teilnehmern findet nun als Webinar statt, ohne großen Zeit- und Kostenaufwand. Da etabliert sich gerade eine neue Normalität. Auch Sponsoren dieser Web-Veranstaltungen entdecken, dass die Zielgruppen gut erreicht werden können – und dies zu einem Bruchteil der vorherigen Kosten.

Aber während ein Kongress sehr gut digital abbildbar ist, ergeben sich für eine Messe größere Hürden. Die Messe lebt von der direkten Interaktion, von den Erfahrungen die der Besucher dort machen kann. Viele Anbieter sehen in der Virtual und Augmented Reality einen Ausweg, der insbesondere bei der Darstellung komplexer technischer Produkte (siehe Medizintechnik) funktionieren könnte. Auf Gesundheitsmessen könnte die Patientenkommunikation durch AR-Anwendungen unterstützt werden. So wäre es möglich, dass z.B. anatomische Strukturen vielen Besuchern zeitgleich leicht verständlich vermittelt werden könnten. Keine Warteschlangen am Messestand – das hätte auch viel Gutes.

LEARNTEC 2018

Auch in diesem Jahr haben wir die LEARNTEC in Karlsruhe besucht. Die „Leitmesse für digitale Bildung in Schule, Hochschule sowie in der beruflichen Bildung“ ist Europas Nummer eins im Bereich digitales Lernen. Und die Messe wächst. Erstmalig auf zwei Hallen verteilt konnten die ca. 7500 Besucher mit etwa 300 Ausstellern aus 14 Nationen in den Dialog treten.
Die Digitalisierung erobert alle Lebensbereiche und sorgt schon seit Langem auch bei der (Fort)-Bildung für eine Revolution des Lernens. Digitale Bildung wird eine Schlüsselrolle in der beruflichen Bildung einnehmen.


Hatte die LEARNTEC in früheren Jahren noch das E-Learning an sich als zentrales Thema, ist dies nun eine Selbstverständlichkeit und nicht mehr wegzudenken. Im medizinischen Umfeld werden ja auch Online-CME-Fortbildungen, ob als Webinar oder E-Paper, als integrativer Bestandteil der ärztlichen Fortbildung angesehen.

Die technologische Weiterentwicklung der Messe zeigte sich in diesem Jahr sehr deutlich an Beispielen aus der Augmented und Virtual Reality. Beides nicht brandneu, aber mittlerweile auf einem guten Weg als Standard in Lehrmaterialien einzufließen. Buchseiten werden z. B. mittels Augmented Reality digital ergänzt und können mit 3D-Ojekten und interaktiven Elementen kombiniert werden.

Wie bedeutend AR und VR in der Messe behandelt wurden, zeigte auch ein Blick in das Programmheft. Die Messe wird flankiert von mehreren, teils parallel verlaufenden Foren. In zahlreichen dieser (Kurz)-Vorträge ging es in der Hauptsache um die „neuen“ Realitäten.
Augmented und Virtual Reality werden sich zukünftig auch in der medizinischen Information und Fortbildung durchsetzen, daran besteht kein Zweifel.