Neuer IQVIA-Report beleuchtet auch Technologie

Unter dem Titel „The Global Use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023“ wendet sich der aktuell erschienene Report des IQVIA-Instituts den globalen Aussichten für die Verwendung und Ausgaben von Medikamenten zu. Neben (Pharma-) Marktzahlen werden auch Entwicklungen in der digitalen Welt berücksichtigt.

Die Anwendungen von Maschinellem Lernen (ML) und künstlicher Intelligenz (KI) werden erweitert, selbstlernende Algorithmen analysieren große Datenmengen, verknüpfen Datensätze und erlauben neue, nutzbringende Erkenntnisse.

Insbesondere werden biowissenschaftliche Unternehmen in „KI, ML und Deep Learning-Programme investieren, um präklinische Substanzen zu bewerten, potenzielle Ziele auf der Grundlage von Daten aus der realen Welt (RWD) zu identifizieren und die Effizienz in der klinischen Entwicklung zu steigern“. Patientendaten werden geclustert um den optimalen Behandlungszeitpunkt zu finden.

Vermutlich wird das Personalangebot an gesundheitsspezifischen Datenwissenschaftlern hinter der Nachfrage von Unternehmen deutlich zurückbleiben. Mit der Anwendung von ML auf neue Bereiche der Wissenschaft und des Gesundheitswesens werden neue Komplexitätsschichten entdeckt. Der Patient steht im Mittelpunkt – aber auch seine Daten. Deshalb ist davon auszugehen, dass Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit und des Eigentums der Daten eine noch intensivere Diskussion erfahren werden (müssen).

Zum Download des Reports.

 

Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde

Künstliche Intelligenz hat sich bei der Klassifizierung zweidimensionaler Fotografien einiger häufiger Krankheiten als vielversprechend erwiesen. Sie stützt sich in der Regel auf Datenbanken mit Millionen kommentierter Bilder. In diesem Blog haben wir bereits über Anwendungen in der Dermatologie berichtet.

Die Autoren des Beitrags „Clinically applicable deep learning for diagnosis and referral in retinal disease“, erschienen in dem Journal nature medicine, haben eine neuartige Deep-Learning-Architektur (wieder einmal Google-Technologie) in der klinischen Routine eingesetzt.

Das System ist in der Lage, 3D-Retina-OCT-Scans auf frühe Anzeichen von Glaukomen, diabetischen Augenerkrankungen und Makuladegeneration hin zu analysieren.

Man hofft, dass das KI-System dazu beitragen kann, das Sehvermögen der Patienten zu retten und erwartet eine weltweite Einführung dieses diagnostischen Werkzeugs.